Meine Stillgeschichte

Mittwoch, Januar 24, 2018

Seit Geburt an stille ich meinen Sohn. 6 Monate habe ich ihn nun voll gestillt und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen euch meine Stillgeschichte zu erzählen. Als mein Sohn kurz nach Mitternacht am 12.07.2017 zur Welt kam war ich noch ziemlich überfordert. Durch meinen Geburtsvorbereitungskurs wusste ich, dass ich mein Baby direkt nach der Geburt anlegen sollte. Da ich keine normale Geburt hatte kam ich erst ein wenig später dazu ihn anzulegen. Hier findet ihr noch meinen Geburtsbericht, falls ihr ihn noch nicht gelesen habt.

Nach der Entbindung meines Sohnes musste ich zunächst überwacht werden. Nachdem ich wieder stabil war, durfte ich dann zu meinem Mann und meinem Sohn. Ich kam ca. 30 Minuten später wieder in den Kreissaal zurück. Dort wartete mein Mann mit einem kleinen Bündel an Sohn. Nachdem die Hebamme unseren Sohn dann vermessen und gewogen hat, durfte ich bonden. Ich bekam unseren Sohn nackt auf meine Brust gelegt. Nach einiger Zeit kam es mir wieder in den Sinn, dass ich ihn doch anlegen sollte. Mein Mann rief die Hebamme. Da es uns zu lange dauerte, versuchten wir es mit vereinten Kräften ihn an meine Brust zu legen. Er dockte an und zog unglaublich stark an meiner Brust, wie ein kleiner Piranha. Ich hätte niemals gedacht das so kleines Wesen so stark saugen kann. Als die Hebamme wieder herein kam, schaute sie nur einmal kurz drüber. “Das sieht doch schon gut aus.” sagte sie und verließ wieder den Kreissaal. Das war der Start meiner Stillgeschichte!

Die Tage im Krankenhaus verbrachte ich damit Nico bei jedem kleinen Schmatzen anzulegen um die Milchproduktion in Gang zu setzten. Während der Schwangerschaft hatte sich bei mir noch keine Vormilch (Kolostrum) gebildet. So hatte ich am zweiten Tage doch etwas Sorge, dass mein Baby gar nichts zu Essen bekam. Ich erzählte der Schwester von meiner Befürchtung und sie sagte mir, dass ich doch zufüttern könnte. Ich hatte schon Angst, dass es durch die Flasche zu einer Saugiritation kommt, allerdings wollte ich nicht das mein Sohn hungert. Also bot ich ihm das Flässchen mit der Pre-Nahrung an. Er nahm diese nicht an. So beschloss ich am dritten Tag ihn vor der Mahlzeit und im Anschluss daran zu wiegen. Und siehe da, er trank tatsächlich ganze 20ml pro Mahlzeit. In der Anfangszeit ist der Babymagen noch sehr klein und da reicht so eine kleine Menge auch aus. Täglich sprach ich die Schwestern an, ob ich ihn richtig anlegen würde. Ein kurzer Blick der Schwester und ein Nicken, mehr bekam ich nicht. Ich war etwas verunsichert, aber mein Kind trank und das war die Hauptsache.

Nach 3 Nächten im Krankenhaus durften wir dann nach Hause. Bei der Abschlussuntersuchung wog Nico sogar 10 Gramm mehr als bei seiner Geburt. Es ist normal, dass die Baby in den ersten Tagen abnehmen. Bis zu 10% ihres eigenen Körpergewichtes dürfen sie abnehmen. Und Nico hatte sogar zugenommen, obwohl ich noch nicht so viel Vormilch hatte. Erleichterung machte sich in mir breit, aber ich war immer noch sehr unsicher was das Thema Stillen betraf.

Zu Hause angekommen, kam auch gleich 2 Stunden später meine Hebamme vorbei. Sie schaute sich meine Brüste an und zeigte mir die möglichen Stillpositionen. Der Wiegegriff ist die gängiste Stillposition. Doch auch den Rückengriff sollte ich mal ausprobieren. Als sie am nächsten Tag vorbei kam, waren meine Brüste steinhart und waren sehr heiß. Sie riet mir sofort aufzuhören Stilltee zu trinken und die Stillpositionen zu wechseln. Der Milcheinschuss war da und mit ihm auch die Schmerzen. Da Nico von Anfang an sehr stark gesogen hatte, waren meine Brustwarzen schon leicht wund. Die Multi-Mam-Kompressen, welche ich auch im Krankenhaus verwendet hatte, brachten nicht mehr ganz so viel. Meine Hebamme riet mir nach Bedarf zu stillen. Das tat ich auch.

Milchstau

Harte Knubbel in der Brust und Schmerzen. Mein erster Milchstau ließ nicht lange auf sich warten. Mein Baby war noch viel zu klein um die ganze Milch alleine trinken zu können. Die nächsten Wochen waren sehr anstrengend für mich. Ich lief in den ersten 6 Wochen eigentlich immer nackt herum, denn mein Baby wollte alle 1 1/2 Stunden trinken. Eine Stillmahlzeit dauerte dann auch noch 30 Minuten, somit hatte ich maximal eine Stunde Pause für die Brust.

 

Brustenzündung

Nach ein paar Tagen Milchstau kam der Höhepunkt. Ich hat eine leicht erhöhte Temperatur und ich fühlte mich wirklich krank. Meine Brustwarzen waren leicht blutig und ich war sehr schlapp. Es war zum Glück nur eine leichte Brustentzündung und dauerte nur 2 Tage an, allerdings waren es zwei sehr anstregende Tage.

 

Die Milch wird nach Angebot und Nachfrage produziert.

Somit hatte ich unglaublich viel Milch, da der kleine Mann fast den ganzen Tag an der Brust hing. Es reichte nicht aus, die Stilleinlagen stündlich zu wechseln. Egal was ich anhatte, nach maximal einer Stunde war es durchnässt. Da mir nach der Entbindung ständig heiß war, verbrauchte ich zum Glück nur mehrer Tops pro Tag.

 

Stillen ist Liebe!

Mitterweile liebe ich das Stillen! Ich genieße die Zeit um mit meinem Sohn zu kuscheln. Zu keinem Zeitpunkt werde ich ihm wieder so nah sein und das genieße ich in vollen Zügen. Ich muss aber auch zugeben, dass es ganze drei Monate gedauert bis, bis wir an dem Punkt angekommen sind. Vorher waren die Schmerzen zu stark um es genießen zu können.

 

Wunde Brustwarzen

Ganz am Anfang und in den ersten Monaten habe ich mich mit wunden und teilweise blutigen Brustwarzen rumschlagen müssen. Geholfen habe mir da die Stillhütchen von Meleda. Ich hatte so starke Schmerzen, dass ich teilweise sogar Schmerztabletten eingenommen habe. Natürlich nur die, welche man während der Schwangerschaft und der Stillzeit einnehmen darf. Da ich am Anfang so viel Milch produziert habe, hatte es sich eingependelt, dass Nico immer nur eine Brust pro Malzeit bekam. Dies entlastete meine Brustwarzen ein wenig.

 

In der Öffentlichkeit stillen?

Da ich ein wenig prüde bin, war mir von vorneherein klar, dass ich niemals in der Öffentlichkeit stillen werde. Es ist leider so, dass stillende Mamis in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen sind. Gemerkt habe ich es allein schon an den Stillmöglichkeiten in Restaurants oder öffentlichen Plätzen. Zum Wickeln gab es fast immer eine kleine Ecke, zum Stillen leider nicht. Mittlerweile stille ich aber auch in der Öffentlichkeit! Einmal habe ich den Versuch gestartet auf einer Toilette zu stillen. Ich saß in einem Wickelraum auf der Toilette und es roch sehr unangenehm. Wieso soll mein Sohn sein Essen auf einer stinkenden Toilette zu sich nehmen? Von uns Erwachsenen würde dies auch niemand tun! Während ich beim Shoppen meist in der Umkleide gestillt habe, stille ich meinen Sohn nun mitten im Lokal. Ich werfe ein großes Stilltuch über ihn und er kann in Ruhe trinken.

 Stillabstände – Von 1 Stunde zu 3 Stunden!

Während Nico am Anfang jede 1-2 Stunden trinken wollte, sind wir nun bei 3 Stunden angelangt. Ich muss aber zugeben das es harte Arbeit war. Wir haben uns langsam gesteigert von Monat zu Monat. Ich habe ihn viel abgelenkt und rumgetragen. Nachdem wir nach ca. 3 Monaten bei einem Zeitfenster von 3 Stunden angekommen waren, habe ich gemerkt das ich viel entspannter war. Ich traute mich überall hin mit Kind und geriet nicht gleich in Panik, weil ich keine Stillmöglichkeit fand. Ich weiß, dass es auch viele Babys gibt, die eine längere Zeit durchhalten. Ich selbst esse aber auch alle 3 Stunden etwas. Deswegen braucht mein Baby auch nicht länger warten.

 

 

 

Würde ich ich wieder stillen? Was würde ich anders machen?

Die erste Frage kann ich auf jeden Fall mit einem klaren Ja beantworten! Während ich mich in der Schwangerschaft noch nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, das ein kleines Lebewesen an meiner Brust trinkt, hat sich das Blatt nun komplett gewendet. Stillen fördert die Bindung von Mama und Baby und ich möchte so lange wie möglich stillen. Ich liebe es, wenn mein Sohn mich nach einer Mahlzeit zufrieden anlächelt. Und ich liebe es genau so, wenn er merkt, das ich nicht ganz so aufmerksam bin und er mich vorwurfsvoll anschaut. Ich solle ihm doch beim Trinken zuschauen.

Anders machen würde ich fast nichts. Da ich vorher sehr naiv an dieses Thema herangetreten bin, würde ich mich eventuell mehr drauf vorbereiten. Ich habe immer gesagt, dass ich probieren möchte zu stillen. Mich wirklich damit auseinandergesetzt, was dies bedeutet habe ich nicht. Wahrscheinlich würde ich mich nicht mehr so verrückt machen, wenn die Milch nicht sofort einschießt. Und ich würde die Stillhütchen schneller zum Einsatz bringen. Lieber stille ich mit Stillhütchen als gar nicht.

 

Das war meine ganz persönliche Stillgeschichte für euch! Nun bin ich spannt auf eure! Habt ihr eure Baby gestillt oder habt es vor? Ich möchte mit meinem Beitrag keine Mamis angreifen die nicht stillen können oder wollen! Jeder muss seinen eigenen Weg finden!

 

2 Responses
  • Jennifer
    Januar 24, 2018

    Danke fuer diesen interessanten Einblick! Ich habe zwar selbst keine Kinder, aber meine Cousine hat gerade ein Baby bekommen und hatte am Anfang Probleme mit dem Stillen, da ihr Kind anfangs nicht satt wurde da zu wenig Milch kam. Deswegen war sie auch eine Woche im Krankenhaus obwohl es eine normale Geburt war. Mit viel Geduld hat es aber dann auch geklappt und ansonsten fuettert sie zu, was ja auch kein Weltuntergang ist. Am Anfang im Krankenhaus war es ihr sehr unangenehm dass soviel Besuch kam, waehrend sie ja noch so Probleme mit dem Stillen hatte, dadurch wurde es natuerlich nicht besser.
    Die Idee mit dem Stilltuch finde ich eine gute Loesung fuer auswaerts. Ich wuerde auch nicht in der oeffentlichkeit stillen wollen, da es ja doch ein intimer Moment zwischen Mutter und Kind ist. Eine Freundin von mir ist da schmerzfrei und sie stillt ueberall, das finde ich schon etwas unangenehm, man kann ja zumindest die Brust verdecken.

    • Kristina
      Januar 29, 2018

      Schön das es bei deiner Cousine trotzdem geklappt hat! Meine Schwägerin ist da auch total schmerzfrei, aber ich bewundere sie dafür. Meist sind es doch die Leute drumherum die sich stören. Dabei ist es das natürliche und eines der schönsten Dinge der Welt :-)

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