Mein Baby muss ins Krankenhaus

Dienstag, Februar 13, 2018

Bei dem Titel meines heutigen Posts läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter. Ja ihr habt richtig gelesen “Mein Baby muss ins Krankenhaus”. Genau das dachte ich am vergangenen Freitag. Am Donnerstag war Nico leicht am Fiebern. Ich dachte es lag an den Zähnen und wir haben zunächst abgewartet. Manche sagen man soll sein Baby fiebern lassen. Denn das Fieber bekämpft die Viren. Deswegen habe ich ihn mit leichtem Fieber zunächst schlafen gelegt. In der Nacht stieg die Temperatur allerdings auf fast 40 Grad. Also gab ich ihm doch ein Zäpfchen. Die Nacht war wirklich katastrophal. Noch schlimmer als sonst. Ich schob es aber immer noch auf die Zähne.

JA ich weiß, dass Babys nicht von den Zähnen Fieber oder andere Wehwehchen bekommen. Ich weiß das sie durch die Zähne nur ein schwächeres Immunsystem haben. Und deswegen anfälliger sind für diverse Krankheiten. Da Nico erst gerade den ersten Zahn bekommen hatte, war ich mir sicher, dass der Zweite direkt hinter her kommt. Am nächsten Morgen rief ich direkt bei unserem Kinderarzt an um einen Termin für denselben Tag zu bekommen. Bei dem letzten Fieber von Nico mussten wir in die Notaufnahme und der Aufwand war so groß, dafür das er nur einen Tag Fieber hatte. Allerdings war er da gerade erst ein paar Monate alt und das Fieber stieg ständig über die 40° Marke. Dieses Mal ging es ihm aber schlechter, sodass ich mich für einen Arztbesuch entschied. Wir durften gegen 11:45 Uhr vorbei kommen.

Am Donnerstag trank Nico schon schlechter, ich dachte es liegt an den Zähnen. Es kam mir so vor, als ob er Schmerzen beim Trinken hätte. Also fand ich es total okay, dass er nur alle 3 Stunden trank, wie sonst auch. Am Freitagmorgen war Nico wirklich krank. Er war sehr weinerlich, mochte kaum trinken und konnte seinen Kopf kaum halten. Ich trug ihn den ganzen Morgen in seiner Trage herum. Normalerweise wehrt er sich gegen die Trage, da er sich dort nicht so gut bewegen kann. An diesem Morgen suchte er aber ständig meine Nähe. Genau wie die Nacht davor.

Beim Arzt angekommen, ging es ihm immer noch nicht gut. Wir hatten einen Termin in unserer Praxis bekommen, allerdings bei einem anderen Arzt. Er war mir sehr unsymphatisch, da er von vorneherein mit Wachwörtern um sich warf. Er meinte, dass er ein krankes Kind sieht.” Ach ne, dachte ich mir, ich gehe ja nicht mit eine gesunden Kind zum Arzt.” Nach kurzer Zeit warf er das Wort “Hirnhautentzündung” in den Raum. Ich war wie in Trance. Ich verstand kaum noch etwas, was er zu mir sagte. Ich verstand nur noch:

“Er hat sicher keine Meningitis. Aber im Krankenhaus können sie die Untersuchungen direkt vor Ort durchführen und feststellen was er hat. Das Problem ist einfach, dass er die Symptone aufweist, wie bei einer Hirnhautentzündung. Sie werden sie sicherlich gleich dort behalten. Am besten sie fahren auf direktem Wege ins Krankenhaus. Heute ist Wochenende, da sind die Krankenhäuser meist etwas voller”.

Ich ging mit Nico wieder ins Auto. Mein armes Baby! Mir kamen die Tränen, ich versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Ich rief meinem Mann an, um ihn zu informieren. Ich fuhr nach Hause und fing an Nicos und meine Kliniktasche zu packen. Kurz darauf kam mein Mann nach Hause. Er machte eher Feierabend und fuhr mit uns ins Krankenhaus. Kaum hatten wir uns angemeldet, waren wir schon an der Reihe. Unser Hausarzt hatte schon im Krankenhaus angerufen und die Ärzte vor Ort informiert.

Gleich am Anfang, nachdem die Kinderärztin ihn sich angeschaut hatte, kam der Chefarzt. Er schaute sich Nico ebenfalls an und fragte uns ein paar Dinge. Kurze Zeit später meinte er, dass Nico vermutlich keine Hirnhautentzündung hat. Wir aber ein paar Test durchführen müssen, um das festzustellen. Es wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die ich hier nicht weiter erläutern möchte. Es war einfach grausam, sein Baby so leiden zu sehen. Er war so geschwächt, das er kaum seinen Kopf halten konnte. Er wollte eigentlich nur schlafen und doch musste er die ganzen Behandlungen über sich ergehen lassen. Zum Schluss bekam er einen Zugang gelegt, worüber der Tropf laufen sollte.

Gott sei Dank konnte man im Blut und in den Schleimhäuten eine Grippe feststellen.

So mussten die Ärzte kein Blut aus Nicos Rücken nehmen um es zu untersuchen. Die Influenza Typ B verbreitet sich aktuell durch Deutschland. Besonders gefährlich ist diese Grippe für Säuglinge und ältere Menschen. Und auch meinen kleinen Jungen hat es erwischt. Bei der letzten Erkältung ist er verschont geblieben, da ich selbst erkältet war und ihm die Antivieren durch die Muttermilch geben konnte. Nun war ich hilflos, ich konnte meinem Baby nicht helfen. Nico und ich bekamen ein Einzelzimmer, da Nico ansteckend war.

Bevor jemand das Zimmer von Nico und mir betreten durfte, musste er sich vermummen. Mein Baby fühlte sich von Anfang an sehr unwohl im Krankenhaus. Er spürte sehr schnell, dass er nicht zu Hause war. In der ersten Nacht hatte er wirklich hohes Fieber und weinte sehr viel. Er versuchte ständig seinen Zugang zu entfernen, zog an sämtlichen Kabeln. Ich war völlig durch den Wind. Mein Baby tat mir so Leid und ich konnte ihm nicht helfen. Er bekam regelmäßig Zäpfchen um das Fieber zu senken. Durch den Durchfall, den er hatte, wirkte leider nicht jedes Zäpfchen. Er weinte und wimmerte die ganze Nacht. In sein Bett konnte ich ihn überhaupt nicht ablegen.

Mein Zustellbett, stellte ich direkt an den Schrank, damit ich dort überhaupt aufrecht sitzen konnte. Mein Sohn hatte am Fuß einen Sensor der seine Sauerstoffsättigung und seinen Puls überprüfte. Da er regelmäßig Durchfall hatte, musste ich erst die Verbindung zum Sensor und danach den Tropf vom Strom ziehen. Dann stolperte ich mit dem kaum rollbaren Tropf zur Wickelkommode. Es war einfach eine Horrornacht. Ich schaukelte ihn die ganze Nacht. Immer nur auf einer Stelle stand ich mit ihm da. Er schrie, er weinte, es ging ihm nicht gut. Ich konnte ihm nicht helfen. Manchmal schaffte ich es sogar  mich 10 Minuten mit ihm hinzusetzten. Ich versuchte mir aus den Decken und Kissen eine Rückenlehne zu bauen, damit ich mich wenigstens an den Schrank lehnen konnte. Das Bett quietschte so laut, das er jedes Mal wieder aufwachte und weinte.

Die Zeit verging so langsam. Dabei habe ich es direkt um 19 Uhr geschafft ihn in sein Bett zu legen. 15 Minuten später piepte der Monitor, da die Werte nicht richtig gemessen worden sind. Er wurde wach und seitdem hatte er Panik vor den Bildschirmen über seinem Bett. Um 20 Uhr gab ich auf und “ging auch offiziell” schlafen. Dann war es 21 Uhr, dann 22 Uhr. Ich war um 22 Uhr schon so müde und konnte es kaum erwarten, dass  es endlich 5 Uhr wird. Ab 5 Uhr sind wir zu Hause auch oft wach und da ist Nico eigentlich immer gut drauf. Um halb 5 schrieb ich Nicos Papa, das er sich bitte beeilen soll, da ich nicht mehr kann. Mein ganzer Körper tat weh und ich war totmüde. Nico hat sich auch kaum erholt, er fühlte sich so unwohl im Krankenhaus!

Der nächste Tag verlief kaum besser. Er konnte nicht schlafen, der Tropf störte ihn. Aber immerhin trank er wieder gut. Meine Mama kam zu Besuch, kümmerte sich um Nico. Ich konnte mich eine Stunde schlafen legen. Um 19 Uhr versuchten mein Mann und ich Nico ins Bett zu legen. Er schrie über eine Stunde wie am Spieß. Er hatte kein Fieber mehr, aber trotzdem Schmerzen. Um 21 Uhr schlief er endlich auf dem Arm meines Mannes ein. Ich bekam zwei Stunden Schlaf. Um 23 Uhr fuhr mein Mann nach Hause und ich übernahm Nico wieder. Die zweite Nacht war wesentlich entspannter als die Erste. Nico war seit ein paar Stunden fieberfrei, wurde aber von jedem Geräusch wach. Die Schwestern kamen natürlich in regelmäßigen Abständen herein. Er wurde von jedem Flüstern wach. So saß ich da mit ihm. Ich kuschelte mich in meine Ecke aus Stillkissen, Decken und noch mehr Decken. Er schlief die ganze Nacht auf mir und ich versuchte im Sitzen zu schlafen.

Der zweite Tag war schon viel angenehmer. Er hatte zwei Stunden lang sogar schon viel bessere Laune und spielte mit seinem Klavier von Fisher Price. Am Abend durften wir dann sogar nach Hause. Der Tropf wurde in der zweiten Nacht entfernt, da Nico überhaupt nicht mit den Kabeln zur Ruhe kommen konnte. Er trank gut und es ging ihm schon wesentlich besser. Nun sind wir schon einen Tag zu Hause und Nico schläft sehr viel. Der Husten ist stärker geworden, aber zu Hause kommt er deutlich mehr zur Ruhe.

Ich kann es gar nicht in Worte fassen wie froh ich darüber bin das Nico keine Hirnhautentzündung hat.

Und vermutlich werde ich das nächste Mal schneller mit ihm zum Arzt gehen und seine Wewehchen nicht auf die Zähne schieben. Auch unserem Hausarzt bin ich unglaublich dankbar, dass er so schnell reagiert hat. In solchen Momenten fällt einem auf, wie unwichtig alles drum herum ist. Gesundheit ist das Wertvollste was wir besitzen. Wir sollten jeden Tag dankbar dafür sein, dass es uns gut geht. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es meinem Baby mittlerweile besser geht. Bis er ganz gesund ist, wird noch einige Zeit verstreichen, aber ich hoffe wir haben das Gröbste hinter uns.

18 Responses
  • Carrie
    Februar 13, 2018

    schön, dass du uns daran teilhaben lässt. ich wünsche euch ganz ganz viel Gesundheit
    http://carrieslifestyle.com

  • Vanessa
    Februar 13, 2018

    Mir wurde echt schlecht als ich den Titel gelesen habe. Gute Besserung ♥️

  • Saskia von The S Signature
    Februar 14, 2018

    Ohhhh. Wirklich schrecklich. Was ihr für Ängste haben müsst. Gute Besserung!

    • Kristina
      März 8, 2018

      Es war wirklich nicht schön. Danke dir!

  • FiosWelt
    Februar 14, 2018

    Oh man, das klingt wirklich nicht schön. Bei Fieber habe ich aber meist auch etwas gewartet bis ich zum Arzt bin. Und wie das so ist, passiert soetwas immer am Wochenende. Hoffentlich wird er ganz schnell wieder ganz gesund.

    Liebe Grüße
    Fio

  • Sara
    Februar 14, 2018

    Das tut mir so leid :( Ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst. Es ist so schlimm, sein Baby leiden zu sehen. Gute Besserung an den kleinen Nico <33

    Alles Liebe Sara

    • Kristina
      März 8, 2018

      Ja das ist es… Danke liebe Sara! :-)

  • Christine
    Februar 15, 2018

    Oh ja, die Gesundheit ist wirklich das Wichtigste überhaupt!
    Gut, dass es deinem Kleinen wieder besser geht. Dass er sich im Krankenhaus nicht wohl gefühlt hat, kann ich ihm nicht verübeln…
    Meine Mama meint heute noch, dass sie meine Schwester oder mich nur schwer leiden/krank sehen kann. Bei so einem kleinen Kerl ist das sicherlich noch schlimmer. Der versteht ja noch gar nicht so wirklich was um ihm passiert…

    • Kristina
      März 8, 2018

      Es war wirklich nicht schön. Die Sorge und das Mitleiden wird für Eltern wohl nie enden :-)

  • Melina
    Februar 16, 2018

    Gute Besserung an das Baby meine Liebe ♥
    Liebste Grüße, Melina
    http://www.melinaalt.de

  • Isabella
    Februar 17, 2018

    Hallo meine Liebe,

    ohje das klingt schrecklich, ich kann mich in dich reinversetzten welche Ängste du durchstehen musstest…gute Besserung !!! :-*

    Hab trotzdem schönes Wochenende
    Liebe Grüße
    Isa
    http://www.label-love.eu

  • Josie
    Februar 23, 2018

    Das hört sich wirklich alles ziemlich schrecklich an und wünsche auch keiner Mutter jemals in eine solche Situation zu geraten, sich so um das eigene Kind sorgen zu müssen.

    Ich wünsche dem Kleinen trotzdem eine Gute Besserung und dir Erholung :)

    xx
    Josie / Warm Winters

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